Ablauf einer Beurkundung

Die notarielle Beurkundung: Ein Überblick


Bei bestimmten Verträgen ist eine notarielle Beurkundung nach § 128 BGB unabdingbar. Solche Verträge entfalten also nur durch eine notarielle Beurkundung ihre Wirksamkeit. Neben der Beurkundung eines Vertrages gibt es auch noch die Beurkundung einseitiger Erklärungen. Mit einer solchen öffentlichen Erklärung soll bewiesen werden, dass ein bestimmter Mensch eine bestimmte Willenserklärung abgegeben hat. Doch wie läuft eine notarielle Beurkundung überhaupt ab? Darüber soll im Folgenden anhand eines Immobilienkaufvertrages ein kleiner Überblick verschafft werden.

Die nötigen Vorbereitungen vor dem Beurkundungstermin

noterielle beurkundungZunächst einmal erörtern die Parteien zusammen mit einem Notar in einem Beratungsgespräch ihre Zielvorstellungen. Nachdem sich die Parteien in diesem Gespräch über den Vertragsinhalt detailliert geeinigt haben und vom Notar über die Folgen und Risiken aufgeklärt wurden, erstellt der Notar den Entwurf eines sachgerechten und ausgewogenen Kaufvertrages. Zuvor muss er allerdings das Grundbuch überprüfen, um die Eigentümerdaten und etwaige Belastungen des Grundstücks festzustellen. Bei der Gestaltung und der Abwicklung des Kaufvertrages müssen die Belastungen unbedingt berücksichtigt werden. Eine wichtige Aufgabe des Notars vor der Beurkundung ist, dass er sicherstellt, dass weder der Käufer noch der Verkäufer eine ungesicherte Vorleistung erbringen. Dies würde ein unnötiges Risiko darstellen und wäre nicht im Sinne der betroffenen Partei. Den erarbeiteten Entwurf übersendet der Notar an die Vertragsparteien, die sich im Vorfeld der Beurkundung mit dem Vertrag auseinandersetzen können.

Der Ablauf des Beurkundungstermins

Am Tage des Beurkundungstermins treffen sich die Parteien bei ihrem ausgewählten Notar. Dieser hat nun die Aufgabe, den gesamten Kaufvertrag vollständig zu verlesen. Dabei sollte der Notar so langsam vorlesen, dass die Parteien den Sinn verstehen können. Begriffe, die für Nichtjuristen schwer zu verstehen sind, sollten darüber hinaus verständlich gemacht werden. Während des Verlesens können auch noch Änderungswünsche vorgebracht werden, die im Falle der Zustimmung der anderen Partei in den Vertrag eingebracht werden. Im Anschluss wird dieser eventuell mit Veränderungen versehene Originalvertrag sowohl von den Parteien als auch vom Notar unterschrieben. Später fertigt der Notar eine Reinschriften an, welche an die Parteien und an das Grundbuchamt geschickt werden. Diese Originale sind dann von dem Notar beglaubigt und mit einem Notarsiegel versehen.

Der lange Weg bis zum Eigentumsübergang

immobilienkaufvertrag-ablaufNach der Beurkundung ist die Arbeit der Parteien größtenteils getan. Der Notar jedoch hat noch einige Aufgaben zu erfüllen. Erster Schritt nach der Beurkundung ist die Stellung eines Antrages auf Eintragung einer Auflassungsvormerkung. Mit dieser Maßnahme wird das Grundstück für den Käufer reserviert. Die eingetragene Auflassungsvormerkung gibt dem Käufer demnach die Sicherheit, dass die Immobilie nicht mehr anderweitig verkauft werden kann. Nach der Eintragung einer Vormerkung besorgt der Notar alle nötigen Unterlagen und meldet den Kauf gleichzeitig dem Finanzamt. Wenn dem Grundstückserwerb nun keine rechtlichen Hindernisse mehr im Weg stehen, hat der Käufer den Kaufpreis zu zahlen. Hat der Verkäufer schließlich den Kaufpreis erhalten, beantragt der Notar die Umschreibung des Grundstücks im Grundbuch. Schlussendlich überprüft der Notar nochmals die Richtigkeit des Eigentumübergangs.

Weitere Verträge, die der notariellen Beurkundung bedürfen:

  • Erbschaftskauf
  • Einräumung von Wohnrechten und Nießbrauch
  • Bauträgerverträge
  • Bestellung von Erbbaurechten

Beispiele für zwingend vorgeschriebene einseitige Beurkundungen:

  • öffentliche Testamente
  • Schenkungen, die nicht unmittelbar überreicht werden
  • Erbverzichtsvertrag
  • eine Abtretung von Anteilen an einer GmbH

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